Logo DieBayern.de News
Nachrichten / Politik

Söder fährt zum Sudetendeutschen Tag in Brünn und trifft Präsident Pavel in Prag

Söder fährt zum Sudetendeutschen Tag in Brünn und trifft Präsident Pavel in Prag
Seine Reise sei sein «Bekenntnis zu den Sudetendeutschen», sagte CSU-Chef Söder. / Foto: Peter Kneffel/dpa
Von: DieBayern.de News
Eine tschechische Regierungspartei will das geplante Treffen deutscher Vertriebener in Brünn stoppen. Markus Söder will dort auftreten - und hat anschließend eine Einladung von höchster Stelle.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält trotz gewissen Gegenwinds in Tschechien an seinen Reiseplänen zum Sudetendeutschen Tag nach Brünn fest - und reist anschließend weiter zum tschechischen Präsidenten nach Prag.

«Ich will es hier auch nochmal deutlich sagen, nach mancher Debatte in Tschechien: Ich werde natürlich zum Sudetendeutschen Tag fahren nach Brünn. Das ist ein Bekenntnis zu den Sudetendeutschen», sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. Und er habe jetzt auch eine Einladung bekommen vom tschechischen Präsidenten Petr Pavel. Den werde er noch am selben Tag in der Prager Burg besuchen - «auf seine Einladung, was mich sehr gefreut hat», betonte Söder. 

Das jährliche Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft soll vom 22. bis 25. Mai in Brünn (Brno) stattfinden - und damit erstmals in Tschechien. Die ultra-rechte Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) hatte aber zuletzt eine Entschließung ins tschechische Parlament in Prag eingebracht, die sich gegen den sogenannten Sudetendeutschen Tag richtet. 

Mehr aus dieser Kategorie

Im tschechischen Abgeordnetenhaus lieferten sich Befürworter und Gegner der Veranstaltung einen hitzigen Schlagabtausch. Die einen sprachen von einem wichtigen Schritt der Versöhnung, die anderen warnten vor einer Infragestellung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Wann über den Antrag abgestimmt wird, war zuletzt noch offen.

Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg

Insgesamt waren rund drei Millionen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der nationalsozialistischen Besatzung aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden. Viele von ihnen fanden in der Bundesrepublik eine neue Heimat. Bayern hat seit 1954 die Schirmherrschaft über die Volksgruppe der Sudetendeutschen inne. Die Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen waren über Jahrzehnte stark belastet.

Der rechtspopulistische Regierungschef Andrej Babis hält sich bisher mit klaren Worten zu dem geplanten Treffen zurück. Er sprach von einer Bürgerinitiative, da die Sudetendeutschen von einem Kulturfestival eingeladen wurden. Die Oberbürgermeisterin von Brünn, Marketa Vankova, hat das Vorhaben öffentlich unterstützt.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

DieBayern.de News
Artikel von

DieBayern.de News

DieBayern.de News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media