Dieter Reiter und sein Herausforderer Dominik Krause führen einen betont respektvollen Wahlkampf um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters. Persönliche Angriffe gibt es nicht - abgesehen von der ein oder anderen kleinen Alters-Stichelei des 67-jährigen SPD-Amtsinhabers gegen seinen 35 Jahre alten Zweiten Bürgermeister.
Das liegt auch daran, dass die beiden Männer, deren Parteien derzeit noch die aktuelle Rathaus-Koalition bilden, sich in vielem einig sind. «Wir geben uns sehr viel gegenseitig recht», sagte Reiter gerade erst im Radio-Duell mit dem Grünen Krause bei Radio Charivari. «Das zeigt, dass wir schon ein paar Jahre zusammengearbeitet haben.»
Die seit Monaten verschwundene Eisbachwelle, beispielsweise, wollen beide Kandidaten nach eigenen Angaben so schnell und so unkompliziert wie möglich zurück. Auch was die Entwicklungsmöglichkeiten einer zunehmend verwaisten Innenstadt angeht, haben die beiden ähnliche Ansichten.
«Eine extreme Politikveränderung in die eine oder andere Richtung» sei «bei keinem der beiden Kandidaten zu erwarten», sagt der Politologe und Experte für Kommunalpolitik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Martin Gross.