Zweieinhalb Wochen nach der Steuerschätzung für Bayern verhandelt das Kabinett mit den Spitzen der Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern über eine Zeitenwende in der Haushaltspolitik. Im Fokus der Verhandlungen für den nächsten Doppelhaushalt steht dabei die Frage, ob der Freistaat erstmals seit Jahrzehnten seine Ausgaben teils über neue Schulden gegenfinanzieren will. Qua Gesetz könnte der Freistaat Kredite von etwa 2,3 Milliarden Euro aufnehmen, das sind 0,35 Prozent des Bruttoinlandproduktes.
Die Ausgangslage für die Aufstellung des Doppelhaushaltes 2026/2027 ist überaus schwierig. Infolge der seit Jahren schlechten wirtschaftlichen Lage in Deutschland wie in Bayern sprudeln die Steuern nicht mehr so gut wie in früheren Jahren, hinzu kommen stetig steigende Ausgaben etwa für Personalkosten und ein massiver Finanzierungsbedarf bei den Kommunen. Am Dienstag soll der Etatentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt werden.