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Dilek Imamoglu fordert von EU Einsatz für inhaftierten Oppositionspolitiker in der Türkei

Seit mehr als einem Jahr sitzt der Erdogan-Rivale Ekrem Imamoglu in der Türkei im Gefängnis. Im fernen Bayern wurde er nun für seinen Mut im Kampf um die Freiheit geehrt. (Archivbild) / Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
Seit mehr als einem Jahr sitzt der Erdogan-Rivale Ekrem Imamoglu in der Türkei im Gefängnis. Im fernen Bayern wurde er nun für seinen Mut im Kampf um die Freiheit geehrt. (Archivbild) / Foto: Emrah Gurel/AP/dpa

Dilek Imamoglu ruft die EU auf, den Fall ihres seit mehr als einem Jahr inhaftierten Ehemanns Ekrem Imamoglu zu verfolgen und nicht wegzusehen.

Die Frau des seit mehr als einem Jahr inhaftierten türkischen Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu, Dilek Imamoglu, fordert von der EU mehr Einsatz für ihren Mann. «Der Fall von Ekrem Imamoglu muss von den europäischen Institutionen verfolgt, beobachtet und thematisiert werden», sagte sie in einer Videobotschaft für den Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group am Tegernsee. Schweigen bedeute in diesem Fall, sich mitschuldig zu machen. Aus Sicherheitsgründen hatte Dilek Imamoglu sich gegen eine persönliche Teilnahme am Tegernsee entschieden.

Veranstaltung würdigt Imamoglus Kampf für die Freiheit

Zuvor waren Dilek und Ekrem Imamoglu auf der Veranstaltung von Verlegerin Christiane Goetz-Weimer für ihren Mut und ihre Haltung als «Freiheitskämpfer» geehrt worden. «Wir möchten Menschen ins Rampenlicht rücken, die in ihrem Kampf für die Freiheit bis an ihre Grenzen und manchmal sogar darüber hinausgehen», betonte die Frau von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Das Verfahren gegen den früheren Istanbuler Bürgermeister Imamoglu sei «Ausdruck einer breiteren Kampagne gegen führende Vertreter der Opposition in der Türkei, deren Ziel es ist, demokratische Handlungsspielräume zu begrenzen und politische Alternativen zu schwächen». Auch sie mahnte, nicht wegzusehen. 

«Spreche zu Ihnen aus meiner Zelle»

Ekrem Imamoglu bedankte sich schriftlich für die Würdigung und Anteilnahme: «Ich bin heute nicht persönlich bei Ihnen. Ich spreche zu Ihnen aus meiner Zelle in Silivri. Schon allein meine Stimme heute zu erheben, ist ein Kampf. Denn sie wollen mich nicht nur einsperren, sondern auch zum Schweigen bringen.» Er bezeichnete das Vorgehen gegen seine Person als gezielte Kampagne, «um einen politischen Gegner zum Schweigen zu bringen» und um Angst zu verbreiten. Zugleich gab er sich hoffnungsvoll, dass die Freiheit auch in der Türkei wieder die Oberhand gewinnen werde.

Imamoglu könnte zu mehr als 2.000 Jahren Haft verurteilt werden

Imamoglu war im März 2025 unter Terror- und Korruptionsvorwürfen festgenommen und als Bürgermeister abgesetzt worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge könnte er zu mehr als 2.000 Jahren Haft verurteilt werden. Ihm werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker werten den Prozess als politisch motiviert. Verhaftung und Absetzung lösten eine landesweite Protestwelle aus.

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