Die Frau des seit mehr als einem Jahr inhaftierten türkischen Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu, Dilek Imamoglu, fordert von der EU mehr Einsatz für ihren Mann. «Der Fall von Ekrem Imamoglu muss von den europäischen Institutionen verfolgt, beobachtet und thematisiert werden», sagte sie in einer Videobotschaft für den Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group am Tegernsee. Schweigen bedeute in diesem Fall, sich mitschuldig zu machen. Aus Sicherheitsgründen hatte Dilek Imamoglu sich gegen eine persönliche Teilnahme am Tegernsee entschieden.
«Spreche zu Ihnen aus meiner Zelle»
Ekrem Imamoglu bedankte sich schriftlich für die Würdigung und Anteilnahme: «Ich bin heute nicht persönlich bei Ihnen. Ich spreche zu Ihnen aus meiner Zelle in Silivri. Schon allein meine Stimme heute zu erheben, ist ein Kampf. Denn sie wollen mich nicht nur einsperren, sondern auch zum Schweigen bringen.» Er bezeichnete das Vorgehen gegen seine Person als gezielte Kampagne, «um einen politischen Gegner zum Schweigen zu bringen» und um Angst zu verbreiten. Zugleich gab er sich hoffnungsvoll, dass die Freiheit auch in der Türkei wieder die Oberhand gewinnen werde.
Imamoglu könnte zu mehr als 2.000 Jahren Haft verurteilt werden
Imamoglu war im März 2025 unter Terror- und Korruptionsvorwürfen festgenommen und als Bürgermeister abgesetzt worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge könnte er zu mehr als 2.000 Jahren Haft verurteilt werden. Ihm werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen. Menschenrechtsorganisationen und Kritiker werten den Prozess als politisch motiviert. Verhaftung und Absetzung lösten eine landesweite Protestwelle aus.
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