Mut und Innovationskraft werden dem Intendanten des Theaters Regensburg, Sebastian Ritschel, bescheinigt. Auf dem Spielplan des Hauses stehen oft weniger bekannte Stücke. Die Strategie geht auf: Das Publikum lässt sich gerne überraschen und kommt auch dann, wenn eben keine Klassiker gespielt werden. Mit seiner Programmauswahl und seinem starken Ensemble sorgt das Theater über Regensburg hinaus für Aufsehen. Nun darf es sich «Bestes Opernhaus des Jahres 2025» nennen - und bald Staatstheater.
Verliehen wird der internationale «Oper! Award» in der Kategorie «Bestes Opernhaus des Jahres 2025» am Abend. «Mehr Neues als Bekanntes, umarmende Offenheit statt programmatischer Vorsicht und der unerschütterliche Glaube an die Existenzberechtigung des Musiktheaters in allen seinen Formen, Farben und Ausprägungen: Die Risikobereitschaft des Theaters Regensburg unter seinem Intendanten Sebastian Ritschel ist groß, seine Trefferquote aber enorm», schreibt der Jury-Vorsitzende Ulrich Ruhnke.
Weiter heißt es: «Der Qualität folgt das Publikum, das Vertrauen, der Zuspruch – regional und längst auch bundesweit darüber hinaus. Die stets geforderte, selten konsequent realisierte Erweiterung des immer gleichen Repertoires – in Regensburg findet sie statt!»
Das Publikum für Neues begeistern
Und was sagt Intendant Ritschel? Der kreative Kopf des Theaters ist vielbeschäftigt und viel unterwegs. Etliche weitere Preise haben er und sein Team zuletzt eingesammelt. Die Auszeichnung «Bestes Opernhaus des Jahres 2025» sei «die Sahnehaube und die Kirsche», weil mit ihr die Gesamtleistung angesprochen werde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ritschel ist seit der Spielzeit 2022/23 Intendant in Regensburg, sein Vertrag wurde inzwischen bis 2032 verlängert.
Das, was am Theater Regensburg geboten werde, sei Überzeugungstäterschaft und das Ergebnis vieler Jahre Arbeit, so Ritschel. «Ich glaube daran, dass sich das Musiktheater erneuern muss und man nicht immer nur in den gleichen 30 Stücken gefangen sein sollte.» Er will die Zuschauerinnen und Zuschauer für Neues begeistern. Aus seiner Sicht ist ein Spielplan wie ein Menü. «Da probiert man auch mal Dinge, die man noch nicht kennt.»
Aber: Es gehöre mehr dazu als der Spielplan, sagt der Intendant. Es gelte, ein Umfeld zu schaffen, auch den Aufbau des Ensembles betreffend, und nahbar für das Publikum zu sein. «Bei uns gibt es Einführung, Nachgespräche, Matineen, öffentliche Proben. Da ist das Publikum bereit, sich Stücken, die es nicht kennt, hinzugeben. Tatsächlich ist die Rückkehrerquote sehr hoch.» Ziel sei es, spartenübergreifend das bestmögliche Kulturangebot zu schaffen: «Ein Angebot, das den Grundhaushalt an Kulturhunger befriedigt.»
Minister: Theater spielt in der ersten Liga
Auch Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) würdigt die Qualität des Theaters. Die Auszeichnungen seien kein Zufall, sondern das Ergebnis von Leidenschaft, Mut und künstlerischer Königsklasse. «Dieses Haus spielt längst in der ersten Liga.» Am 8. Mai erfolgt dem Ministerium zufolge die Ernennung zum Staatstheater. Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) spricht von einem Ritterschlag.
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