Das gab es noch nie bei den Bayreuther Festspielen: Elektrobeats statt Klassik, Tanzen und Partystimmung statt Ergriffenheit. Und das ausgerechnet im weltberühmten Festspielhaus. DJ Alle Farben («Alright», «She moves») durfte dort am Sonntagabend mit 1.700 Gästen ohne getragenes Opern-Ambiente das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele feiern. Damit wagten die Organisatoren erstmals überhaupt eine Art musikalischen Stilbruch mit komplett anderem Genre - getreu der von Richard Wagner (1813-1883) selbst einst formulierten Forderung: «Kinder, schafft Neues!»
Blick auf die Ränge
Das Publikum jedenfalls ist sofort begeistert, als Zimmer loslegt - obwohl er mit kritischen Stimmen gerechnet hatte. Es werde sicher Leute geben, die sagen, «das geht hier nicht», hatte der DJ gesagt. Aber es sei wichtig, dass man sich gerade an so einer Stelle auch öffne. «Die Kunst muss sich entwickeln.»
Die Party ermöglichte auch durchaus ungewöhnliche Perspektiven im Festspielhaus: Die Hauptbühne war nach hinten geöffnet, dort tummelte sich das Partyvolk - und hatte freien Blick auf die Ränge, wo normalerweise das Publikum ergriffen Wagners Werken wie «Parsifal» und «Der Ring des Nibelungen» lauscht.
Damit geht es auch wieder weiter, wenn das DJ-Pult und die Scheinwerfer abgebaut sind und das Festival bis zum 26. August fortgesetzt wird. Die Festspiele feiern ihr Jubiläum auch mit Wagners Frühwerk «Rienzi», das erstmals überhaupt im Festspielhaus aufgeführt wird - und mit einem «Ring des Nibelungen», der mit KI-generierten Bilderwelten gestaltet ist. Noch so ein Stilbruch.
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