Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk zeigt sich im Münchner Lenbachhaus von einer anderen Seite: Die Ausstellung «Der Trost der Dinge», die an diesem Freitag startet, widmet sich der bildenden Kunst des 71 Jahre alten türkischen Schriftstellers. 40 von ihm mit Dingen des Alltags und auch persönlichen Gegenständen gestaltete Vitrinen sind dort beispielsweise zu sehen. Es sind Nachbildungen der Werke aus seinem Istanbuler «Museum der Unschuld». «Diejenigen, die ich mag und am schönsten finde», erläuterte Pamuk am Donnerstag in München seine Auswahl.
Die Objekte illustrieren zwar vor allem Pamuks gleichnamigen Roman über die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Fabrikantensohn Kemal und seiner schönen Cousine Füsun, spiegeln aber gleichzeitig den Alltag in Istanbul zwischen den 1950er und 2000er Jahren wider. «In dreidimensionalen Collagen, die wie Wunderkammern eine eigene Welt erschaffen, entfaltet die Macht der Dinge eine poetische Kraft», schreibt das Lenbachhaus.
Zu der Wanderausstellung, die im vergangenen Jahr bereits in Dresden zu sehen war und Ende dieses Jahres nach Prag weiterziehen soll, kommen in der bayerischen Landeshauptstadt weitere Vitrinen hinzu, die sich konkret auf das Lenbachhaus und dessen Kunstsammlung beziehen. Pamuk hat sich für eine seiner Vitrinen zum Beispiel von Paul Klees «Erzengel» inspirieren lassen.