Lobende Worte für seinen Ex-Rivalen Horst Seehofer und einen SPD-Vorgänger, Selbstironie und Einblicke in bayerische Dramen: Das lieferte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer ganz besonderen Buchvorstellung am Donnerstag, bei der auch die Frage im Raum stand: Ist das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten nun das «schönste Amt der Welt», wie gemeinhin gesagt wird?
Söder gibt darauf, im Beisein auch seines Ziehvaters und Vorvorvorgängers Edmund Stoiber, am Donnerstag eine nur halbwegs eindeutige Antwort: «Es gibt fast nichts Schöneres.» Für ihn sei es jedenfalls die «Ehre seines Lebens», in so viele große Fußstapfen treten zu dürfen. Und was ist mit einer Kanzlerkandidatur? «Man ist als bayerischer Ministerpräsident grundsätzlich ausbefördert», sagt Söder nur. Ausnahmen seien «theoretisch denkbar», fügt er hinzu, bevor er das «grundsätzlich ausbefördert» zum insgesamt dritten Mal sehr betont.
Anlass für Söders Rede, in der er auch ungewöhnlich lobende Worte für seinen direkten Vorgänger Horst Seehofer und auch den früheren SPD-Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner findet: die Vorstellung eines neuen Buches, das alle bayerischen Ministerpräsidenten von 1918 bis 2018 vorstellt. «Ein historisch sehr wichtiges Werk», lobt der CSU-Politiker - im Beisein vieler Kinder, Enkel und Urenkel der einstigen bayerischen Regierungschefs. Auffällig ist nur, dass Seehofer und auch dessen Vorgänger Günther Beckstein nicht dabei sind.