Zwei Jahre nach seinem Wechsel vom Konkurrenten Puma hat der Norweger Björn Gulden den Sportartikelhersteller Adidas wieder auf Kurs gebracht. Im laufenden Geschäftsjahr soll ein Betriebsergebnis von 1,7 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro erzielt werden, teilte Adidas in Herzogenaurach mit. Der Umsatz soll währungsbereinigt um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen. Die Probleme mit dem Wegfall der einst hochprofitablen «Yeezy»-Produktlinie in Zusammenarbeit mit dem Skandalrapper Kanye West sind demnach abgearbeitet.
«Yeezy» letztmalig am Geschäft beteiligt
Der Abverkauf der letzten «Yeezy»-Produkte habe 2024 mit etwa 200 Millionen zum Betriebsergebnis sowie mit 650 Millionen Euro zum Umsatz beigetragen. Laut Gulden gingen insgesamt 260 Millionen Euro aus den Erlösen der Produkte an gemeinnützige Organisationen, großteils über eine eigens eingerichtete Stiftung.
Adidas hatte sich von dem Rapper Kanye West getrennt, nachdem rassistische und antisemitische Kommentare des Musikers bekanntgeworden waren. Die Produktlinie war zuvor höchst erfolgreich gelaufen. Die abrupte Trennung in Verbindung mit weiteren Effekten hatte Adidas im Jahr 2023 nach 30 Jahren erstmals wieder einen Nettoverlust beschert.
Der ehemalige Fußballprofi Gulden hatte nach seinem damals überraschenden Wechsel vom Lokalrivalen Puma zu Adidas an einigen Stellschreiben gedreht und auch personelle Wechsel in den Adidas-Führungsetagen durchgesetzt.
Unter anderem setzt der Norweger auf dezentrale Entscheidungsprozesse für regionale Märkte. «Wir müssen unsere Denkprozesse so nahe wie möglich an den Konsumenten bringen», sagte er. Außerdem hat er die Stellung des Sport-Einzelhandels im Vergleich zum direkten digitalen Endkundengeschäft wieder gestärkt - und war damit erfolgreich.