Im Wirecard-Prozess sieht sich der angeklagte Chef der Buchhaltung E. am zweiten Tag seiner Aussage zunehmend kritischen Nachfragen des Vorsitzenden Richters Markus Födisch ausgesetzt. «Die Frage ist, warum Sie hier nichts erkennen», kommentierte Födisch die Erklärungen E.s zu Ungereimtheiten bei Kontosalden im Jahr 2017. Damals hatten nach E.s Darstellung zunächst 35 Millionen Euro gefehlt, die dann später in einer neuen Bestätigung aber doch vorhanden waren. Nach Einschätzung des Richters hätte E. dadurch Verdacht schöpfen müssen.
E. sagte am 139. Verhandlungstag, er sei einfach von einem Fehler wegen einer Rückbuchung ausgegangen, der dann korrigiert worden sei. Das sei für ihn eine runde Geschichte gewesen. E. folgte damit auch am zweiten Tag seiner Aussage der Linie, Verantwortung von sich zu schieben. Schon am ersten Tag hatte er betont, ja selbst kein Buchhalter zu sein.