Im Prozess um Spionagevorwürfe gegen drei Deutsch-Russen vor dem Oberlandesgericht (OLG) München wird am Donnerstag (10.00 Uhr) das Urteil erwartet. Die Forderungen der Bundesanwaltschaft und der Verteidigung gingen zuvor weit auseinander: Erstere forderte für den Hauptangeklagten acht Jahre und acht Monate Haft und will die beiden anderen Männer mit je einem Jahr Haft auf Bewährung bestraft sehen. Die Verteidigung hingegen beantragte Freispruch für alle drei Angeklagten.
Der mutmaßliche Kopf des Trios soll laut Anklage als Teil einer bewaffneten terroristischen Vereinigung zwischen 2014 und 2016 als Paramilitär in der Ostukraine gegen die ukrainischen Streitkräfte gekämpft haben - ein Vorwurf, den der Mann vor Gericht zurückwies. Zudem soll er für Russland spioniert und unter anderem Brandanschläge und Sabotageaktionen gegen militärische Infrastruktur und wichtige Bahnstrecken geplant haben.