Es geht um geplante Sabotageakte - und das Ausspähen von Militärtransporten für Ukraine-Hilfen: Im Prozess um Spionagevorwürfe gegen drei Deutsch-Russen vor dem Oberlandesgericht (OLG) München bestreiten die Angeklagten eine Tätigkeit für den russischen Geheimdienst. «Er ist kein Spion, er ist kein Saboteur», sagte der Verteidiger des Hauptangeklagten und mutmaßlichen Kopfes des Trios aus Bayreuth. «Er dachte, er könnte ein bisschen schauspielern und einen auf Spion machen.»
Erst vergangene Woche war ein ähnlicher Fall bekanntgeworden: In Deutschland und der Schweiz waren insgesamt drei Ukrainer festgenommen worden, die die Bundesanwaltschaft verdächtigt, im Auftrag russischer Stellen als Agenten für Sabotage in Deutschland angeworben worden zu sein.
Im aktuellen Prozess in München lautete die Argumentation des 40-jährigen Hauptangeklagten und seines Anwalts: Weil er gemerkt habe, dass er nach einigen Facebook-Posts zum Ukraine-Krieg von Ermittlern beschattet worden sei, habe er gehofft, als V-Mann für deutsche Behörden anheuern und damit Geld verdienen zu können. Die Behörden sollten denken, dass er für Russland spioniere und ihn dann abwerben. Tatsächlich habe es aber nie Verbindungen zum russischen Geheimdienst gegeben.