Rund zehn Monate nach Schüssen auf mehrere Menschen in Göppingen wird am Dienstag (ab 14.00 Uhr) im Landgericht Ulm das Urteil gegen einen 35-Jährigen erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem versuchten Mord in vier Fällen vor. Der Iraker hatte zum Prozessauftakt im November geschwiegen.
Der Mann soll Mitte Mai nahe einer Asylunterkunft bei einem Streit einen 24-Jährigen mit einer Maschinenpistole schwer verletzt haben. Laut Anklage hielt ein ebenfalls bewaffneter Begleiter des 35-Jährigen das Opfer fest, als sich ein Schuss löste. Die Kugel traf den Mann in die Brust, durchschlug eine Rippe und verletzte die Lunge.
Laut Anklage fielen 16 Schüsse
Trotz der schweren Verletzung gelang dem 24-Jährigen gemeinsam mit drei Bekannten im Alter von 18 bis 20 Jahren die Flucht. Die beiden mutmaßlichen Täter sollen insgesamt 16 Schüsse auf die Gruppe abgegeben haben, sie jedoch nicht getroffen haben. Die vier jungen Männer versteckten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft im hohen Gras an der B10, die Schützen brachen die Verfolgung ab.
Zehn Tage nach der Tat nahmen Ermittler den Verdächtigen in Esslingen fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Laut Anklage war der Mann bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten verurteilt worden und erst kurz vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden. Sein mutmaßlicher Begleiter ist weiterhin flüchtig.
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