Hatte Maria Angst vor ihrem Ex-Freund? Vielleicht. Gab es immer wieder Streit? Ja, das ist sicher. Und doch lässt die 19-Jährige, die in einem Heim für angehende Krankenschwestern in Aschaffenburg lebt, am 30. Juli 1984 ihren früheren Partner in ihr Zimmer. Was dann geschieht, schildert die Verteidigerin des mutmaßlichen Mörders knapp zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Aschaffenburg.
«Mein Mandant war damals sehr verletzt, aber nicht übermäßig eifersüchtig», sagt Rechtsanwältin Diane Waterstradt über den heute 67-Jährigen. Am Tattag hätten sich Maria und er in dem Wohnheim gestritten. Da habe der damals 25-Jährige einen Netzschal, den das Opfer um den Hals getragen habe, zugezogen. «Es tut ihm sehr leid, dazu steht er auch.» Es sei im Affekt geschehen. «Er war vorher und nachher auch nie gewalttätig.» Die Motive, die die Anklage annehme, lägen nicht vor.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte Maria heimtückisch ermordet hat - und aus Eifersucht auf den neuen Freund der 19-Jährigen. Zudem sei er rachsüchtig gewesen, weil die junge Frau ihn nicht habe heiraten wollen und er so keine Chance auf einen Aufenthaltstitel in Deutschland gehabt habe.