Das Landgericht München I will den seit über zwei Jahren laufenden Wirecard-Prozess um den größten Wirtschaftsbetrug in Deutschland seit 1945 beschleunigen. Der Vorsitzende Richter Markus Födisch und die vierte Strafkammer schlagen in einer Verfügung vor, sich auf die zehn wichtigsten Anklagevorwürfe zu beschränken. Ansonsten würde der am 8. Dezember 2022 eröffnete Prozess gegen den früheren Wirecard-Vorstandschef Markus Braun und zwei weitere Manager des 2022 zusammengebrochenen Dax-Konzerns nach Einschätzung der Richter nicht vor 2026 enden. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Süddeutschen Zeitung».
83 Verhandlungstage in diesem Jahr angesetzt
Die Kammer hatte den Prozess erst kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert und 83 neue Verhandlungstage angesetzt. Strittig ist in dem Prozess nicht, dass es im Wirecard-Management kriminell zuging, sondern die Frage der Täterschaft. Der seit viereinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzende Braun weist kategorisch alle Vorwürfe zurück und macht seinerseits eine Tätergruppe um den abgetauchten Ex-Vorstand Jan Marsalek und den Mitangeklagten Oliver Bellenhaus verantwortlich.
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