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Angriff wegen Israel-Anstecker? Verdächtiger genießt Schutz

Das Opfer trug nach Angaben der Ermittler eine Anstecknadel mit der Flagge Israels am Revers. (Symbolbild) / Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Das Opfer trug nach Angaben der Ermittler eine Anstecknadel mit der Flagge Israels am Revers. (Symbolbild) / Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Nach der Attacke auf einen Mann mit einer Israel-Flagge am Revers ist das Motiv des Angreifers noch unklar. Der Flüchtling hält sich legal in Deutschland auf.

Der mutmaßliche Angreifer auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Franken genießt nach Behördenangaben einen Schutzstatus in Deutschland. Der 20-Jährige aus Syrien sei nicht ausreisepflichtig, teilte das Landratsamt Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim mit, das für den Verdächtigen ausländerrechtlich zuständig ist. Der Mann lebe nicht in einer Asylunterkunft – Details wurden nicht genannt. 

Der Ausländerbehörde seien zudem verschiedene Ermittlungsverfahren bekannt, die jedoch seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden, beziehungsweise nicht zu einer Anklage geführt hätten. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Generalstaatsanwaltschaft München zählen unter anderem Körperverletzungen dazu.

Vorwurf: Mordversuch

Der 20-Jährige soll in der Nacht auf Montag nahe einer Bushaltestelle in Höchberg bei Würzburg einen 65-jährigen Deutschen, der mit einer Israelflagge am Revers unterwegs war, schwer verletzt haben. Die Ermittler gehen ersten Angaben zufolge von einer israelfeindlichen oder islamistischen Motivation des mutmaßlichen Täters aus. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. 

Hintergründe unklar

Wie die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Würzburg mitteilte, handelt es sich bei dem Schwerverletzten um ein Mitglied der Organisation. Der 65-Jährige sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden.

Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, teilte nach dem Angriff mit: «Bei islamistisch geprägten Vorstellungen, die in Deutschland zu antisemitischen Straftaten geführt hätten, spielten die Einstellungen von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind und bereits in ihrer Kindheit und Jugend oder in ihrem Umfeld judenfeindliche Vorstellungen eingesogen haben, oft eine Rolle.»

Das Motiv des Verdächtigen ist noch unbekannt. Die Polizei hatte den jungen Mann bereits am frühen Abend des Sonntags auf einem Marktfest in Höchberg kontrolliert, da er dort Zeugenaussagen zufolge andere Menschen belästigt haben soll. Zu strafbaren Handlungen soll es nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht gekommen sein.

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