Nach der Tat will er die Stimme Gottes gehört haben: Ein 34-Jähriger hat vor dem Landgericht Ravensburg den Messerangriff auf eine Vierjährige im April gestanden. Er habe auf eine «göttliche Eingebung» hin gehandelt, sagte der gebürtige Syrer, der auch den niederländischen Pass hat, zu Prozessbeginn über eine Dolmetscherin. «Ich habe eine Hand gesehen und ich hatte diese Eingebung, wie groß die Person sein soll.» Die Hand habe so ausgesehen, als hätte sie ein Messer gehalten. Er sei dann direkt los.
Es ist 14.52 Uhr an einem Mittwoch: Eine Mutter und ihre Tochter stehen in einem Supermarkt in Wangen im Allgäu vor den Angeboten. Die Frau schaut sich die Auslage an, ihre Tochter steht mit pinkfarbener Jacke neben ihr und isst einen Mini-Donut, als der Angriff seinen Lauf nimmt.
Laut Anklagebehörde betritt der Beschuldigte um diese Zeit den Discounter und läuft auf die beiden zu. Unvermittelt soll er ein schwarzes Küchenmesser gezogen und heimtückisch zugestochen haben. Vier Stiche soll er der Vierjährigen in den Bauchraum verpasst haben, bis sie zusammensackte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Wegen einer paranoiden Schizophrenie geht die Anklagebehörde von Schuldunfähigkeit aus.