Die Generalstaatsanwaltschaft München hat einen 15 Jahre alten Terrorverdächtigen angeklagt. Dem Beschuldigten werden unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, vorsätzlicher unerlaubter Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte. Die Anklage erfolgte zum Jugendschöffengericht am Amtsgericht Augsburg. Zuvor hatte die «Augsburger Allgemeine» berichtet.
Sprengsatz gezündet
Der Jugendliche sitzt in Untersuchungshaft. Der Verdächtige soll eine große Menge an pyrotechnischen Gegenständen aufbewahrt haben, um damit einen Anschlag insbesondere auf eine Synagoge zu begehen, hatte die Generalstaatsanwaltschaft im vergangenen Monat mitgeteilt. Dafür soll er auch schon einen selbstgebauten Sprengsatz gezündet haben.
Am Amtsgericht soll ab dem 10. September verhandelt werden. Nach Angaben einer Sprecherin des Gerichts sind insgesamt fünf Prozesstage geplant, ein Urteil könnte es demnach am 1. Oktober geben. Wegen des Alters des Angeklagten wird die Verhandlung hinter verschlossenen Türen stattfinden. Das Jugendgerichtsgesetz schreibt vor, dass Gerichtsverfahren gegen Jugendliche nicht öffentlich sind.
Die Ermittlungen liefen bereits seit dem vergangenen Herbst. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt für den Jugendlichen die Unschuldsvermutung. Der Verteidiger des 15-Jährigen wies den Vorwurf eines geplanten Anschlags bisher zurück.
Mutmaßlicher IS-Sympathisant
Nach früheren Angaben der Generalstaatsanwaltschaft soll der Jugendliche mit der Terrorvereinigung «Islamischer Staat» (IS) sympathisiert haben.
Ende Oktober 2025 soll er eine Explosion herbeigeführt haben. Nach Angaben der «Augsburger Allgemeinen» hatte sich der Teenager aus dem Landkreis Augsburg damals zwei Finger mit einer tennisballgroßen Kugelbombe weggesprengt, ein Freund sei leicht verletzt worden.
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