Gut sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 14-Jährigen im fränkischen Lohr am Main ist die Mordanklage gegen den mutmaßlichen Täter zugelassen worden. Der Prozess gegen den ebenfalls 14-Jährigen soll am 3. Mai vor dem Landgericht Würzburg beginnen, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch sagte. Zuvor hatte das «Main-Echo» berichtet. Die Öffentlichkeit ist in dem Verfahren vor der Jugendkammer ausgeschlossen. Dies ist laut Gesetz immer der Fall, wenn sich das Verfahren ausschließlich gegen einen Jugendlichen richtet.
Nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft hat der Verdächtige aus reiner Mordlust gehandelt - nach dem Vorbild des amerikanischen Serienmörders Jeffrey Dahmer. «Er hat die Tat nur begangen, um jemanden zu töten», sagte ein Sprecher der Behörde zur Anklageerhebung.
Dahmer, der eine der grausigsten Mordserien der USA verübte und über den es eine Netflix-Serie gibt, zerstückelte seine mindestens 17 männlichen Opfer zwischen 1978 und 1991 und aß Leichenteile.
Der angeklagte Deutsche soll sein Opfer am 8. September 2023 auf einem Schulgelände der Kleinstadt Lohr im Landkreis Main-Spessart mit einem Kopfschuss von hinten getötet haben. Die Tatwaffe, eine Neun-Millimeter-Pistole, gehörte legal einem Nachbarn des Angeklagten. Wie der Schüler an die Pistole kam, ist öffentlich nicht bekannt.