Bis zu 10.000 Menschen in Deutschland könnten pro Jahr vor dem Tod bewahrt werden - wenn Mitmenschen ihnen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schnell Erste Hilfe leisteten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der ADAC Stiftung aus München, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Demnach überleben bislang nur etwa elf Prozent derjenigen, die außerhalb von Kliniken einen Herzstillstand erleiden. Doch dies müsse nicht so bleiben, betonen die Studienautoren.
Mehr als jeder Dritte traut sich nicht zu, Hilfe zu leisten
Zugleich verfügen rund 75 Prozent der Bevölkerung über keine aktuellen Reanimationskenntnisse, wie eine repräsentative Umfrage ergab. 37 Prozent trauen sich im Ernstfall keine Hilfe zu. Und drei Viertel der Bevölkerung fühlen sich bei der Bedienung eines Defibrillators unsicher, wie aus dem «Monitor Reanimation 2025» hervorgeht, den die ADAC Stiftung anlässlich der anstehenden «Woche der Wiederbelebung» nun vorlegt.
Demnach ist der Reanimationsunterricht bislang nur in zwei Bundesländern, in Hessen und dem Saarland, an den Schulen verpflichtend - obwohl 80 Prozent der Bürger dies befürworten. Auch die Telefonreanimation, bei der Leitstellen die Anrufenden Schritt für Schritt anleiten, werde bislang nicht konsequent umgesetzt. Ersthelfer-Apps deckten erst die Hälfte Deutschlands ab, zudem seien ihre Finanzierung und die technischen Standards uneinheitlich. Defibrillatoren seien zwar lebensrettend, jedoch unsystematisch verteilt und ihr Standort nicht zentral erfasst.