Viele Suchtberatungsstellen in Deutschland stehen nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) finanziell mit dem Rücken zur Wand. In einer Befragung gaben etwa Dreiviertel der öffentlich finanzierten Suchtberatungsstellen an, dass sie ihre Kosten in diesem Jahr nicht vollständig decken können, wie die DHS in Hamm berichtete. Sie habe im Frühjahr gut 1.300 Einrichtungen angeschrieben, von rund 900 Rückmeldungen seien die Angaben von knapp 550 Beratungsstellen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg eingeflossen.
Nur ein kleiner Teil der Beratungsstellen kann die Finanzierungslücken demnach kompensieren. Die große Mehrheit nannte negative Folgen - etwa eine Einschränkung von Angeboten für Suchtkranke, Suchtgefährdete und Angehörige oder auch verringerte Öffnungszeiten. Zugleich zeigte sich nach DHS-Angaben, dass viele Fälle komplexer geworden sind, der Bedarf steigt und auch die Teillegalisierung von Cannabis mancherorts zu Unsicherheiten in den Beratungsstellen geführt hat. Nach der Finanzierung hätten sich Personalengpässe und Fachkräftemangel als größte Probleme für den Betrieb der Suchtberatungsstellen herausgestellt.