Ob Messer, Tassen oder Zuckerstreuer - aus den Mensen der bayerischen Hochschulen verschwinden immer wieder Besteck und Geschirr. Das geht mancherorts richtig ins Geld. Die Studierendenwerke versuchen deshalb gezielt, dagegen vorzugehen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus: Es gibt kreative Gegenmaßnahmen. Und längst nicht immer landet das Vermisste als Diebesgut in den Küchenregalen von Erstsemestern. Auch Bruch, Verschleiß und Fehlentsorgung bei der Reinigung haben einen großen Anteil am Schwund. Eine weitere Ursache: Faulheit.
Hohe Kosten für Nachbestellungen
«Insgesamt stellen die Nachbeschaffungen für Geschirr und Besteck einen spürbaren Kostenfaktor in unserem Budget dar», berichtet die Sprecherin des Studierendenwerks München/Oberbayern, Julia Wölfle. Die niederbayerischen und oberpfälzischen Mensen mussten zwischen 2023 und 2025 mehr als 50.000 Besteckteile nachbestellen. Pro Jahr fiel allein dafür ein hoher vierstelliger bis niedriger fünfstelliger Betrag an. In Augsburg gehen pro Jahr unter anderem rund 4.000 Besteckteile und 3.400 Kaffeetassen verlustig. Jährliche Kosten: rund 10.000 Euro.
Beim Thema gibt es offenkundige regionale Unterschiede: «In den letzten zehn Jahren hat der Schwund deutlich zugenommen, obwohl wir es unseren Gästen noch einfacher machen, Geschirr bequem zurückzugeben, und viele Mehrwegoptionen anbieten», schildert Noghero aus Augsburg. In Niederbayern/Oberpfalz bewegt sich das Phänomen hingegen seit Jahren auf unverändertem Niveau. Und aus Würzburg heißt es: «In unserem Studierendenwerk stellt der Diebstahl von Besteck und Geschirr derzeit kein besonders auffälliges oder problematisches Thema dar.» Gleiches ist aus Erlangen-Nürnberg zu hören.