Endlich richtig Sommer! Wenn da die lästige Schule nicht wäre, zumal bei der Gluthitze. Wohl dem, der in einem klimatisierten Klassenzimmer sitzt. Eine gesetzliche Regelung zum Freigeben wegen Hitze gibt es in Bayern nicht. Das führt mitunter zur kuriosen Situation, dass benachbarte Schulen am selben Tag unterschiedliche Regelungen haben. Eine Herausforderung für berufstätige Eltern, die nicht mal eben schnell zur Kinderbetreuung nach Hause können.
Sind Bayerns Schulhäuser durchgängig klimatisiert?
Nein. Manchmal haben Schulen in bestimmten Räumen Klimaanlagen, andere behelfen sich mit Ventilatoren. Nicht jeder kann auf feste Außenjalousien zurückgreifen. Manche Schule muss sich mit Stoffrollos begnügen, die bei Wind automatisch eingezogen werden.
«Wir haben wunderbare, alte Häuser mit dicken Mauern, großen Räumen, hohen Räumen, die auch Nordseiten haben», sagt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Michael Schwägerl. Dort halten es Schüler und Lehrkräfte auch bei großer Hitze länger aus. In zumeist neueren Gebäuden mit vielen Glasflächen, und das womöglich noch gen Süden, sieht es schon anders aus.
Wenn die Raumtemperatur über 35 Grad steigt, sind diese Räume nach bundesdeutschen Vorgaben nicht mehr als normale Arbeitsräume geeignet - und das gilt auch für Schulen. Dann ist Kreativität gefragt. Lüften allein löst das Problem vielerorts nicht. «Grundsätzlich ist es höchste Zeit, dass Schulgebäude dem Klimawandel angepasst werden», heißt es vom bayerischen Elternverband.