Etwas mehr als einen Monat vor dem Start in das neue Schuljahr deutet sich auch in Bayern ein holpriger Start beim neuen Recht auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen an. «Es wird passen, da wir ja nur mit der ersten Jahrgangsstufe in die Ganztagsgarantie starten. Aber es wird auch Engpässe geben», sagte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, der Deutschen Presse-Agentur in München. «Der Rechtsanspruch wird erfüllt werden, aber teils zulasten älterer Grundschulkinder, die deshalb ihren Platz verlieren.» Außerdem gebe es oftmals keinen pädagogisch hochwertigen gebundenen Ganztag.
Mit dem neuen Schuljahr greift auch in Bayern das Ganztagsförderungsgesetz. Die 2021 vom Bundestag beschlossene Novelle sieht erstmals einen Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung von Erstklässlern vor. In den Folgejahren soll der Rechtsanspruch dann auf weitere Klassen ausgeweitet werden. In anderen Bundesländern zeigte sich bereits, dass die Einführung nicht problemlos vonstattenging. Teils standen etwa die Räumlichkeiten, beispielsweise für das Mittagessen, noch nicht zur Verfügung. Dies droht laut Fleischmann auch in Bayern.