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Verdi kündigt neue Warnstreiks im Nahverkehr an

Verdi hat neue Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. / Foto: Stefan Puchner/dpa
Verdi hat neue Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. / Foto: Stefan Puchner/dpa

Verdi kündigt bayernweite Warnstreiks im Nahverkehr an, vor allem am Donnerstag. Gewerkschaft fordert deutliche Lohnerhöhungen, Kommunen lehnen ab.

Die Gewerkschaft Verdi kündigt die nächsten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an. Vor allem am Donnerstag sei bayernweit mit Streiks im Nahverkehr zu rechnen, «die leider auch wieder viele Fahrgäste treffen werden», teilte Verdi mit. Arbeitsniederlegungen soll es nach vorläufigem Stand in acht bayerischen Städten geben: München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Passau und Landshut. Über Art und Dauer der Warnstreiks entscheiden die örtlichen Verdi-Gremien.

Einschränkungen in München schon am Dienstag möglich

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte mit, dass Fahrgäste der U-Bahn schon am Dienstag mit Problemen rechnen müssten. Verdi habe dort Mitarbeiter der Leitstelle und im Fahrgastservice ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. «Es ist davon auszugehen, dass Bus und Tram den ganzen Tag über wie gewohnt fahren», hieß es seitens der MVG. «Auch die U-Bahn wird voraussichtlich den Betrieb am frühen Morgen aufnehmen, Einschränkungen im Laufe des Tages sind aber möglich.»

 Wie lange gestreikt wird, steht noch nicht fest 

Genauere Informationen soll es rechtzeitig über örtliche Pressemitteilungen geben. Klar ist jedoch, dass die Aktionen nicht auf den Donnerstag beschränkt bleiben sollen. «Darüber hinaus wird in verschiedenen Städten auch an weiteren Tagen zum Streik aufgerufen», heißt es in der Verdi-Mitteilung. 

Die erneuten Arbeitsniederlegungen sollen in der laufenden Tarifrunde für den bayerischen Nahverkehr den Druck auf die Kommunen erhöhen. Am kommenden Montag (23. März) steht der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an, bei den bisherigen drei Gesprächen gab es keine Einigung. 

Kommunen weisen Forderungen als unbezahlbar zurück 

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen das als unbezahlbar zurück.

Nach Berechnung der kommunalen Arbeitgeber würde eine Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben. Viele Kommunen sind ohnehin finanziell in schwieriger Lage, auch die Verluste der Städte und Landkreise im öffentlichen Nahverkehr sind in den vergangenen Jahren deutschlandweit stark gestiegen. 

Verdi besteht auf kräftigen Lohnerhöhungen 

Verdi hingegen fordert angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten deutliche Verbesserungen sowohl beim Gehalt als auch den Arbeitsbedingungen. Ohne relevante Lohnerhöhungen könnten sich die Beschäftigten im ÖPNV das Leben bald nicht mehr leisten, hieß es in der Mitteilung der Gewerkschaft. 

Der stellvertretende Landesvorsitzende Sinan Öztürk kritisierte: «Allmählich drängt sich der Eindruck auf, dass sie erwarten, die Kolleginnen und Kollegen sollten den ÖPNV in diesem Jahr, im nächsten Jahr und vielleicht noch die nächsten zehn bis 15 Jahre aus eigener Tasche mitfinanzieren.»

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