In der CDU und CSU werden Rufe nach Leistungskürzungen für Asylbewerber und ukrainische Kriegsflüchtlinge lauter. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte «ein neues soziales Leistungssystem für Asylbewerber». Dies sei unterhalb des Bürgergeldes anzusiedeln. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), sagte: «Die Auswüchse beim Bürgergeld und bei den Integrationsmaßnahmen für Asylbewerbern lassen viele Menschen sprachlos zurück.»
Dobrindt sagte der «Bild»-Zeitung: «Wer zumutbare Arbeit verweigert, der muss mit Leistungskürzungen rechnen.» Der SPD-Innenpolitiker Helge Lindh warf Dobrindt in den Zeitungen der Mediengruppe Bayern «unsäglichen Populismus» vor. Die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz dürften verfassungsrechtlich gar nicht sinken, weil ein menschenwürdiges Dasein dann nicht mehr möglich sei. «Würde die Union mehr auf Fachleute in Ausländerbehörden und Jobcentern hören und weniger auf die Macht der Ressentiments, wäre allen gedient.»