Mit einem neuen Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) will sich der Freistaat gegen künftige Pandemien wappnen. Es soll die Infektionsforschung an allen sechs Universitätskliniken in Bayern verbinden. Wie das Wissenschaftsministerium in München mitteilte, sollen so Forschungsergebnisse schneller Anwendung in der Praxis finden. Am Mittwoch wurde das BZI in Würzburg offiziell vom bayerischen Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) eröffnet.
«Nur durch die Vernetzung der Daten aller Zentren möglichst in Echtzeit können wir adäquat auf immer neue, sich rasch ausbreitende Erreger reagieren», sagte eine BZI-Sprecherin auf Anfrage. Demnach sollen die Standorte unter anderem in den Bereichen Impfforschung, Erregerüberwachung und Langzeitfolgen von Infektionen ausgebaut werden.
Pro Standort seien dafür jeweils drei bis fünf neue Stellen geschaffen worden. Koordiniert werde das Zentrum unter anderem durch die Geschäftsstelle an der Universitätsklinik Würzburg. In den nächsten Jahren sei ein weiterer Ausbau geplant. Ziel sei es, Bayern zu einer europäischen Modellregion für moderne Infektionsprävention zu machen, sagte die BZI-Sprecherin. Laut Wissenschaftsministerium ist die Struktur bundesweit einmalig. Das Ministerium finanziert das Zentrum zunächst mit drei Millionen Euro jährlich.