Der Mangel an Ladepunkten für Mieter ist nach Einschätzung der bayerischen Wohnungsunternehmen ein entscheidendes Hemmnis für den Durchbruch der Elektroautos. Ohne flächendeckende und wirtschaftlich tragfähige Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern werde sich die Elektromobilität nicht durchsetzen, prophezeit der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW). Verbandsdirektor Hans Maier argumentiert, dass der von der Bundesregierung angekündigte E-Auto-Zuschuss für Normal- und weniger Gutverdienende an der Situation nicht viel ändern wird, wenn nicht gleichzeitig Ladepunkte in Mehrfamilienhäusern gefördert werden.
Ohne günstige Lademöglichkeit sind E-Autos weniger attraktiv
«Elektromobilität entscheidet sich im Alltag und der beginnt vor der Haustür», sagte VdW-Direktor Maier. Nach Einschätzung der Fachleute des Verbands wäre eine verlässliche Lademöglichkeit für viele Mieterinnen und Mieter die Voraussetzung, um auf ein Elektroauto umzusteigen. Zwar ist in den vergangenen Jahren die Zahl der öffentlichen Ladesäulen in den Städten gestiegen, doch ist das Laden dort in aller Regel teurer als für Einfamilienhausbesitzer, die sich eine private Wallbox installieren, häufig in Kombination mit einer Solaranlage auf dem Dach.
Immobilienbesitzer stellen die große Mehrheit der E-Auto-Fahrer
«Schnellladen an öffentlichen Säulen ist bequem, aber teuer», sagte Claudia Maier, die Vorständin der auf die Installation von Ladepunkten spezialisierten Genossenschaft Isarwatt. Die Einschätzungen decken sich mit einer Analyse des Versicherers HUK Coburg, derzufolge über 80 Prozent der privat zugelassenen E-Autos in Deutschland von Immobilienbesitzern gefahren werden.
Die Bundesregierung will Kauf oder Leasing von E-Autos wieder bezuschussen; abhängig von Einkommen, Kinderzahl und Auto soll es zwischen 1.500 und 6.000 Euro geben. Die Einkommensgrenze soll bei 80.000 Euro jährlichem Haushaltseinkommen liegen, mit Zusatzbonus von bis zu 10.000 Euro für zwei Kinder.
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