Jahrelang waren Felchen im Großteil des Bodensees tabu. Nun haben die Anrainerstaaten entschieden: Ab 2027 darf der beliebte Speisefisch wieder gefangen werden – allerdings unter strengeren Regeln. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die gestrige Entscheidung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) im bayerischen Wasserburg.
Warum sind Felchen für den Bodensee so wichtig?
Felchen sind so etwas wie der traditionelle Bodenseefisch. Jahrzehntelang galt er als kulinarisches Aushängeschild der Region und stand in zahlreichen Gasthäusern rund um den See auf der Speisekarte. Viele Urlauber verbinden den Bodensee bis heute mit geräuchertem oder gebratenem Felchen. Die Fische haben wenig Gräten und sind deshalb besonders beliebt. Vor der Schonzeit zahlten Kunden bei den Fischern rund 26 Euro für ein Kilo Filet.
Doch die Bestände sind in den vergangenen Jahren dramatisch eingebrochen. Berufsfischer fingen zeitweise nur noch einen Bruchteil der früheren Mengen. Deshalb beschloss die IBKF Ende 2023 ein weitreichendes Fangverbot für den Großteil des Bodensees, das Anfang 2024 in Kraft trat. Am Untersee in der Region rund um Radolfzell durften die Fische weiter gefangen werden.