Großes Rätselraten beim Bayerischen Fernsehpreis: Wird Jan Böhmermann dabei sein? Kurz vor Ende ist klar: Nein, der Entertainer und Satiriker ist nicht bei der Gala in München, zumindest nicht real, sondern nur auf einem Foto. Einen Blauen Panther TV & Streaming Award gab es trotzdem für den 43-Jährigen in der Kategorie Entertainment für die Show «Lass dich überwachen». Er gehe großartig und liebevoll mit den Datenschutzpannen des Studiopublikums um, ohne belehrend zu werden, begründete die Jury ihre Entscheidung. Statt einer Dankesrede gab es lobende Worte des Rappers Eko Fresh für seinen Kumpel in der Laudatio: «Du bist nicht irgendwer, du bist nicht nur gut, du bist der Beste!».
Söder ehrt Dieter Nuhr
Der Ehrenpreisträger Dieter Nuhr hatte bereits zu Beginn erklärt, seine Arbeit sei mühseliger geworden. «Die meisten Menschen nehmen alles so furchtbar ernst. Und wenn man Witze macht, dann muss man sich dafür entschuldigen nachher.» Er werde von rechten und linken Extremen beschimpft. Vieles sei durcheinander geraten. Man könne heute Antisemit sein und links. «Unsere Universitäten sind voll von Nazis, die sich als Linke verkleidet haben», erklärte Nuhr. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lobte den 63-Jährigen für eine scharfzüngige und ironische Art, mit der er tiefgründigen Humor und gesellschaftliche Kritik verbinde. Er finde es furchtbar, wenn es nur «so einen Mainstream» gebe und sich keiner mehr traue, was anderes zu sagen, sagte Söder. Sein Rat an Nuhr: Nicht beeindrucken lassen von denen, die schimpften und motzten. «Viel Kritik, viel Ehr und viel Profil», so der CSU-Chef.
Große Ehren für einen Kobold
Auch ein berühmter Münchner Kobold mischte sich unter die Geehrten: Regisseur Marcus H. Rosenmüller und die Produktionsfirma Neue Super bekamen Porzellan-Panther für «Neue Geschichten von Pumuckl». Das Preisgericht lobte die liebevolle Animation und die charmante Darstellung. Der freche Kerl mit der runden Nase und dem roten Haar hatte schon in den 1980er Jahren in der Serie nach den Büchern von Ellis Kaut Kinder begeistert.
Je einen Journalismus-Preis erhielten Sophie von der Tann von der ARD für ihre Berichterstattung aus Nahost sowie Andreas Pichler für die Dokumentation «Gefährlich nah - Wenn Bären töten».