Die Wettbewerbshüter in Tschechien prüfen die Vergabe eines Milliardenauftrags für den Bau zweier neuer Atomreaktoren nach Südkorea. Man habe eine einstweilige Anordnung erlassen, um die Vertragsunterzeichnung bis zum Abschluss der Untersuchungen zu untersagen, teilte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde UOHS mit Sitz in Brünn (Brno) mit. Das geschieht auf Antrag des französischen Atomkonzerns EDF und der US-amerikanischen Firma Westinghouse, die mit ihren Angeboten unterlegen waren.
Die liberalkonservative Regierung in Prag hatte im Juli den südkoreanischen Konzern KHNP (Korea Hydro & Nuclear Power) als «bevorzugten Lieferanten» ausgewählt. In Dukovany sollen nach den Plänen zwei neue Meiler errichtet werden. Der AKW-Standort liegt rund 200 Kilometer östlich von Passau und 100 Kilometer nördlich von Wien. Derzeit sind dort vier Druckwasserreaktoren der sowjetischen Bauart WWER-440/213 in Betrieb, die bereits mehr als 35 Jahre alt sind.