Die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hellt sich langsam etwas auf. Nach der Zoll-Einigung zwischen der EU und den USA hätten die Unternehmen im Freistaat endlich mehr Planungssicherheit, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme und vbm.
Das Abkommen an sich bewertete er als «in Ordnung», zum Lachen sei ihm aber nicht zumute, sagte Brossardt. Konkrete Auswirkungen des Abkommens auf Bayern ließen sich derzeit noch nicht absehen.
Bayern sei jedoch allein aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur und der vergleichsweise großen Menge an Exporten in die USA mehr betroffen als andere Länder, warnte Brossardt. «Die Zölle von 15 Prozent verteuern natürlich unsere Exporte, sie werden unser Wachstum reduzieren und erschweren allgemein den Handel mit den USA». Langfristiges Ziel müsse es bleiben, Zölle und Handelsbarrieren weiter abzubauen.
Skeptischer äußerte sich der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK). «Der neue Basiszollsatz von 15 Prozent dürfte zu einem jährlichen Verlust an Wirtschaftsleistung von 0,15 Prozent in Deutschland führen, das sind über sechs Milliarden Euro pro Jahr», sagte Manfred Gößl, BIHK-Hauptgeschäftsführer. Für Bayern entspreche das über einer Milliarde Euro jährlich. Hauptbetroffen sei die heimische Industrie, insbesondere der Automobilsektor, der Maschinenbau und elektrische Ausrüstungen. Die bayerischen Exporte in die USA könnten demnach auf Jahressicht um gut fünf Milliarden Euro auf rund 25 Milliarden Euro zurückgehen.