Ein mit seinen Produkten im Alltag der meisten Europäer allgegenwärtiges Münchner Traditionsunternehmen meldet trotz schwacher Konjunktur ein Rekordjahr. Der 1852 in Leipzig gegründete Sicherheitstechnik- und Banknotenhersteller Giesecke+Devrient hat seinen Umsatz 2023 um 18 Prozent auf 3 Milliarden Euro gesteigert, wie Vorstandschef Ralf Wintergerst der Deutschen Presse-Agentur in München sagte. «Wir haben mehrere Bestmarken geknackt, 2023 war das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte.»
Als nicht börsennotiertes Familienunternehmen steht G+D selten im Rampenlicht, doch eines der Produkte des Konzerns halten viele Menschen quasi täglich in der Hand: Giesecke+Devrient zählt zu den wenigen Unternehmen, die Euronoten drucken. Weltweit verbreitet ist zudem die 1991 von Giesecke+Devrient entwickelte SIM-Karte für Mobiltelefone, außerdem produziert das Unternehmen Bankkarten und die dazugehörige Sicherheitstechnik.
Der Banknotendruck war einst das Hauptstandbein, doch nach Krise und Stellenabbau Mitte des vergangenen Jahrzehnts hat G+D unter Ägide des seit 2016 amtierenden Wintergerst umgesteuert. «Das Banknotengeschäft hat früher 60 Prozent des Umsatzes beigesteuert, mittlerweile ist es noch ein Drittel», sagt Wintergerst, der in Zweitrolle Präsident des Digitalindustrieverbands Bitkom ist. «Dabei ist auch dieser Geschäftsbereich weiter gewachsen.»