Dürfen Felchen im Bodensee bald wieder gefangen werden? Über diese Frage beraten die Anrainerstaaten Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein Mitte kommender Woche bei der Sitzung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) im bayerischen Wasserburg. Bis 2027 gilt für den beliebtesten Speisefisch des Sees eine mehrjährige Schonung, nachdem die Bestände eingebrochen waren. Wie geht es im kommenden Jahr weiter?
Warum dürfen die Fischer Felchen derzeit nicht fangen?
Wissenschaftler schlugen Alarm, weil insbesondere die Bestände des sogenannten Blaufelchens stark zurückgegangen waren. Diese Art lebt im Freiwasser des Bodensees und gilt als Schlüsselart im Ökosystem und sorgt mit dafür, dass es funktioniert. Die Fische fanden nicht mehr ausreichend Nahrung, da sie mit invasiven Konkurrenten im Wasser zu kämpfen hatten.
Die jährlich stattfindende Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF), in der Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein vertreten sind, verhängte deshalb eine dreijährige Schonung. Ziel war es, den Beständen Zeit zur Erholung zu geben.
Hat das Fangverbot denn etwas gebracht?
Wissenschaftler der Fischereiforschungsstelle in Langenargen berichteten Anfang des Jahres von mehreren positiven Entwicklungen: Die Felchen seien gut gewachsen, der invasive Stichling - ein Fressfeind der Felchen - habe zuletzt wieder abgenommen, und es seien wieder mehr Felcheneier und - Larven zu beobachten. Die Forscher empfehlen, der positiven Entwicklung weiter Zeit zu geben, damit sich die Bestände erholen könnten.