In keinem anderen Bundesland sind vergangenes Jahr auch nur annähernd so viele Menschen nach dem Cannabis-Konsum am Steuer erwischt worden wie in Bayern. Etwa jeder zweite Cannabis-Verstoß, der 2024 neu im Fahreignungsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eingetragen wurde, wurde aus dem Freistaat gemeldet. Das geht aus einer aktuellen Statistik des KBA hervor, die die Deutsche Presse-Agentur ausgewertet hat.
Konkret sind es 482 von bundesweit 974. Auf Platz zwei folgt - mit sehr großem Abstand - Nordrhein-Westfalen mit 150 Verstößen.
Ist Bayern also ein Cannabis-Hotspot? Kaum - eine andere Erklärung ist wahrscheinlicher: Einerseits sorgen Fläche und Bevölkerungsgröße grundsätzlich dafür, dass Bayern bei solchen Statistiken im Normalfall zu den Ländern mit höheren Zahlen gehört. Andererseits hat der Freistaat eine ausgesprochen harte Linie in Sachen Cannabis, dessen Legalisierung die Landesregierung nach wie vor ablehnt.
Letzteres dürfte wahrscheinlich der entscheidende Grund für die Zahlen sein. «Was sicher ein Faktor sein wird, ist, dass Bayern eine sehr konsequente Kontrollpraxis hat», heißt es dazu auch aus dem Innenministerium in München. Vergleiche zu anderen Ländern will man mangels Zahlen zur dortigen Kontrollpraxis aber nicht anstellen.