Die anhaltende Wirtschaftskrise lässt die Zahl der Insolvenzen stark ansteigen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet bis Ende des laufenden Jahres mit einem Anstieg der bundesweiten Insolvenzquote von 60 auf 72 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen. Das entspricht im Vergleich zu 2023 einem kräftigen Anstieg von 20 Prozent. In Bayern gehen die Zahlen ebenfalls spürbar nach oben, auch wenn die Zahl der Firmenpleiten nach wie vor unterdurchschnittlich ist: Im Freistaat klettert die Insolvenzquote laut Creditreform von 45 auf 53 Pleiten je 10.000 Unternehmen, ein Anstieg um knapp 18 Prozent.
Drei bayerische Großinsolvenzen
Geschwächt von den Corona-Jahren, hohen Energiepreisen und gestiegenen Zinsen geraten immer mehr Unternehmen in Schieflage. Zudem sind Ausnahmeregelungen ausgelaufen, mit denen der Staat eine Pleitewelle während der Pandemie verhinderte. Das Gros der Insolvenzen traf erneut Firmen mit höchstens zehn Beschäftigten: 81,4 Prozent über alle Branchen hinweg. Insgesamt 320.000 Arbeitsplätze hierzulande sind Creditreform zufolge im Jahr 2024 durch Unternehmensinsolvenzen bedroht oder weggefallen.
Im zu Ende gehenden Jahr meldeten aber auch mehrere große Unternehmen Insolvenz an, an erster Stelle der in Essen ansässige Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof. Unter den größten zehn Firmenpleiten des zu Ende gehenden Jahres sind laut Creditreform drei bayerische Unternehmen: der Münchner Reiseveranstalter FTI Touristik mit 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der in Oberfranken und Thüringen ansässige Klinikverbund Regiomed mit 5200 Beschäftigten, und die unterfränkische Gries Deco-Gruppe mit 3100 Angestellten. Zu Gries Deco gehört die Einzelhandelskette Depot, die ebenfalls Insolvenz angemeldet hat.
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