Im Schadenersatzprozess des Wirecard-Insolvenzverwalters gegen den früheren Vorstandschef Markus Braun, weitere Ex-Vorstände und einen ehemaligen Aufsichtsrat will das Landgericht München am Donnerstag eine Entscheidung verkünden. Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé fordert von ihnen 140 Millionen Euro Schadenersatz für ein verlorenes Darlehen, das der Wirecard-Vorstand gewährt und der Aufsichtsrat abgesegnet hatte. (Az.: 5 HK O 17452/21).
Sogar die hauseigene Wirecard-Bank habe wegen fehlender Sicherheiten gravierende Bedenken gegen das Darlehen an das Partnerunternehmen OCAP geäußert, hatte der Insolvenzverwalter in der mündlichen Verhandlung gesagt. Der Vorsitzende Richter Helmut Krenek hatte von erkennbaren «Warnzeichen» gesprochen. Von besonderer Bedeutung könnten dabei Zahlungsrückstände aus einem früheren Darlehen sein. Die Anwälte der Wirecard-Manager hingegen argumentierten, dass nach damaligem Sachstand OCAP eine seriöse Firma gewesen sei und von Wirtschaftsprüfern keine Einwände gekommen seien.