Das einst von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete Ziel eines klimaneutralen Bayern im 2040 liegt nach wie vor in weiter Ferne. Im mittlerweile 14. Jahresgutachten des Basler Prognos-Instituts für die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) stellen die Ökonomen unverändert sowohl dem Bund als auch der Staatsregierung mäßige bis schlechte Bewertungen aus. Demnach ist - gemessen an den Klimazielen - der Ausbau sowohl der Stromnetze als auch der erneuerbaren Energien nach wie vor zu langsam.
Bayern weit vom «Zielpfad» entfernt
Um das Ziel zu erreichen, «dafür müsste Bayern eben im Prinzip gegenüber dem deutschen Durchschnitt schneller sein», sagte Prognos-Fachfrau Almut Kirchner. Nach derzeitigem Stand wäre demnach sogar zweifelhaft, ob Bayern das etwas weniger ehrgeizige Bundesziel der Klimaneutralität bis 2045 erreichen kann. «Wenn man das Ziel fünf Jahre nach hinten verschiebt, das ist nicht wirklich matchentscheidend», sagte Kirchner dazu. «Also wir sind im Moment so weit vom Zielpfad entfernt.»
Prognos bewertet den Stand der Energiewende für die vbw alljährlich nach vier Hauptkriterien: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit der Energie, erneuerbarer Energien und Energieeffizienz sowie die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Bei zwei Punkten – Bezahlbarkeit und Treibhausgasemissionen – steht die Ampel laut Gutachten mangels größerer Fortschritte auf Rot, bei den beiden anderen auf Gelb.
Wiedereinstieg in die Atomkraft wäre laut Prognos sehr teuer
Zum Ausbau der Stromnetze sagte Prognos-Forscher Sven Kreidelmeyer: «Wir sind dort immer noch viel zu langsam und müssen noch die Verzögerung der Vergangenheit aufholen.» Das bezieht sich unter anderem darauf, dass der Bau der beiden großen Stromtrassen Südlink und Südostlink Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegt. Einen Wiedereinstieg in die Atomenerge - wie von Söder in den vergangenen Jahren häufig gefordert - hält Kirchner allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht für sinnvoll. «Wir sind im Moment in einer Situation, in der die Kernkraft tatsächlich drei bis fünfmal pro Kilowattstunde teurere Gestehungskosten hat als die Erneuerbaren.»
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