Bayern verliert im internationalen Standortvergleich an Boden. In einem aktuellen Ranking, das IW-Consult im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erstellt hat, fällt der Freistaat im Vergleich mit 45 anderen Ländern auf Platz zehn zurück. Vor einem Jahr lag Bayern noch auf dem neunten Platz, davor in der Regel auf Rang zwei oder drei. Zwischen 2024 und 2025 gab es allerdings Änderungen bei Methodik und Gewichtung, was die Vergleichbarkeit ein Stück weit einschränkt.
Mit seinem 10. Platz liegt Bayern allerdings immer noch besser als Deutschland als Ganzes, das auf dem 13. Rang landet. Direkt vor Bayern liegen mit minimalem Vorsprung Neuseeland auf Platz 9 und Finnland auf dem 8. Rang. Die Plätze eins bis vier gehen an die Schweiz, Kanada, Dänemark und die USA.
«Der Freistaat bleibt zwar ein starker globaler Industriestandort, der Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern schmilzt jedoch weiter», sagt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Bayern sei Industrieland, «seit einigen Jahren verlieren wir aber zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit und beobachten in der Folge eine schleichende Deindustrialisierung». Entscheidend in seinen Augen sind dabei die vergleichsweise hohen Kosten. «Bei Steuern, Arbeitskosten und Energiekosten muss dringend nachgesteuert werden.»