Unter Verweis auf die Kernkraftpläne anderer Länder fordert Bayern eine Änderung des deutschen Atomrechts, um auch hierzulande eine Rückkehr zur Atomkraft zu ermöglichen. Nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zeige sich global ein zunehmender Trend zur neuartigen Nutzung der Kernkraft, nur Deutschland drohe den Anschluss zu verpassen. «Wir sehen, dass eine intensive Forschung und Entwicklung auf diesen Gebieten stattfindet, was aber bei uns in den letzten Jahren nicht mehr stattgefunden hat, auch wegen der Rechtslage. Und deshalb muss das Atomgesetz entsprechend geändert werden.»
Bayern verweist auf Atompläne der USA
In fast allen größeren Industrienationen würden derartige Kraftwerke geplant, erforscht oder entwickelt. «Und das Ganze findet überall statt, nur nicht in Deutschland», sagte Herrmann. «Wir sehen das in den Vereinigten Staaten, die bis 2050 die Energieerzeugung aus Kernenergie verdreifachen wollen.»
Bisher gibt es Transmutationsreaktoren nur in der Theorie
Besonders großes Potenzial sehe die Staatsregierung bei sogenannten Transmutationsreaktoren, Bayern wolle hier, wie bei anderen «hochmodernen Innovationsschritten» mit von der Partie sein. Dieses Verfahren wird seit Jahrzehnten erforscht. Ziel ist es, hoch radioaktive Abfälle sicher zu entsorgen. Eine Variante, die es bisher nur in der Theorie gibt, ist die industrielle Anwendung von Transmutation zur Verringerung der Menge radioaktiver Abfälle. Mit diesem Verfahren sollen langlebige Bestandteile des Abfalls gezielt in kurzlebige oder stabile Stoffe umgewandelt werden.