Der umstrittene Länderfinanzausgleich ist im vergangenen Jahr auf rund 20 Milliarden Euro angewachsen. Mit Abstand größter Einzahler war wieder einmal Bayern, der Freistaat steuerte fast 60 Prozent der Einnahmen bei und zahlte damit im Vergleich zum Vorjahr knapp 6,5 Prozent mehr ein. Mehr als 14 Milliarden Euro flossen nach Ostdeutschland und Berlin. Die geht aus einer ersten Berechnung des bayerischen Finanzministeriums hervor, welche der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt.
Zwölf Nehmerländer in Ost und West – Berlin an der Spitze
Ihnen gegenüber stehen zwölf Nehmerländer, von denen Berlin erneut mit rund 4,2 Milliarden Euro den größten Anteil erhält. Auch an die übrigen ostdeutschen Länder flossen hohe Beträge: Sachsen bekam rund 3,5 Milliarden Euro, Thüringen rund 2,2 Milliarden Euro, Sachsen-Anhalt rund 1,9 Milliarden Euro, Mecklenburg-Vorpommern rund 1,45 Milliarden Euro und Brandenburg rund 1,4 Milliarden Euro.
Bei den westdeutschen Ländern lag Niedersachsen mit rund 1,45 Milliarden Euro an der Spitze der Nehmerländer gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bremen mit jeweils rund einer Milliarde Euro. Rheinland-Pfalz erhielt rund 750 Millionen Euro, das Saarland rund 700 Millionen Euro und Schleswig-Holstein rund 330 Millionen Euro.
«Bayern ist und bleibt solidarisch, aber wir müssen wieder mehr über Eigenverantwortung sprechen. Der Finanzkraftausgleich hat ausdrücklich den Sinn, dass alle Länder ihren Pflichtaufgaben nachkommen können – damit sind gerade in Zeiten angespannter Haushalte keine Wünsch-Dir-Was-Programme gemeint», sagte Füracker. Auch Bayern habe beim aktuellen Doppelhaushalt stark konsolidieren müssen – etwa im Personalbereich sowie bei freiwilligen sozialen Leistungen.