Erschöpfung, Flüssigkeitsmangel oder Schwindel: An Hitzetagen haben auch die Rettungskräfte und Krankenhäuser in Bayern mehr zu tun. «Mehr Menschen brauchen hitzebedingt unsere Hilfe wegen Sonnenstich, wegen Hitzeschlag», erklärte Claire Kolodinski vom Bayerischen Roten Kreuz in München. Das treffe nicht nur Alleinlebende, Ältere oder Pflegebedürftige. «Es sind jetzt auch mehr Menschen an Seen. Dann passieren dort natürlich auch Unfälle, im Wasser oder dann auch eben der Hitzeschlag.»
Herausforderung Pflegeheim
In Pflegeeinrichtungen ist Kreativität gefragt. «Zum Beispiel durch feste Trinkspiele oder Trinkpläne», sagte die stellvertretende BRK-Sprecherin Kolodinski. Sie rät zu wasserreichen Lebensmitteln wie Melone, Gurke oder Suppen, um die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen. «Da muss man natürlich generell darauf achten, aber bei älteren Menschen noch mal verstärkt.»
Mindestens anderthalb Liter sollte man Kolodinski zufolge täglich trinken, besser wären an diesen heißen Tagen zwei bis drei. Vorsicht allerdings bei bestimmten Medikamente etwa für den Blutdruck: Hier könne zu viel Flüssigkeit auch schaden. «Das muss man individuell mit seinem Arzt besprechen, gerade wenn man Medikamente nimmt», sagte sie.
Für alle gelte: Hitze meiden, körperliche Anstrengung reduzieren, die Wohnung verschatten, viel trinken, leichte Mahlzeiten, luftige Kleidung.
Höhepunkt der Hitzewelle in Sicht
Bayern steuert bis zum Wochenende auf einen Temperaturrekord zu. Im unterfränkischen Kitzingen könnte es laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag um die 42 Grad heiß werden. Aber auch schon am Freitag könnte die bisherige Höchstmarke von 40,3 Grad fallen.
Im Landkreis Würzburg, wo es bayernweit betrachtet oft besonders heiß ist, setzen das BRK, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der RKT Rettungsdienst zusätzliche Rettungswagen und Krankentransportwagen ein. Das werde vorwiegend von Ehrenamtlichen gestemmt, teilte das Landratsamt Würzburg mit. «In der Integrierten Leitstelle Würzburg sind zusätzliche Disponenten eingeplant, um Notrufe entgegenzunehmen.»
In den vergangenen Tagen habe es in Stadt und Landkreis Würzburg etwa doppelt so viele Notfalleinsätze gegeben wie an normalen Junitagen.
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