In bayerischen Städten mangelt es einer Untersuchung zufolge erheblich an Schutzmaßnahmen gegen sommerliche Hitze. Beim «Hitze-Check 2026» der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erreichte keine der 17 untersuchten bayerischen Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern eine positive «grüne» Gesamtbewertung. Stattdessen dominieren gelbe und rote Einstufungen das Bild im Süden, wie die Daten der Organisation zeigen. Gleichzeitig findet sich aber auch keine bayerische Stadt unter den bundesweiten Schlusslichtern.
Gesamtwertung in Bayern: Nur Rot und Gelb
München schnitt beim Beschirmungsgrad, bei dem es um die Beschattung durch Bäume oder andere mehr als 2,5 Meter hohe Vegetation geht, wie auch bei der Versiegelung von Flächen bayernweit am besten ab. Dennoch kommt auch die Landeshauptstadt nicht an die beiden einzigen Städte mit grüner Gesamtwertung heran: Schleswig-Holstein oder Wuppertal in Nordrhein-Westfalen - die Umweltorganisation vergab grüne Gesamtwertung recht sparsam.
Sieben bayerische Städte erhielten eine rote Gesamtwertung: Neu-Ulm, Fürth, Nürnberg, Rosenheim, Aschaffenburg, Bamberg und Schweinfurt. Diese Kommunen weisen laut der Analyse in mindestens zwei der drei Hauptkategorien – Baumschatten, Versiegelungstrend und Hitzebetroffenheit – unzureichende Werte auf.
Schlusslicht war Neu-Ulm. Die Stadt weist beim Zuwachs der Versiegelung mit einem Plus von 1,48 Prozent eine der höchsten Versiegelungsraten der gesamten Studie auf. Die Stadt liegt zudem beim Baumschatten im Bayernvergleich am Schluss.
Lichtblicke bei der Hitzebetroffenheit
Trotz der insgesamt mäßigen Ergebnisse in Bayern gibt es etwa bei der direkten Hitzebelastung der Bevölkerung (Hitzebetroffenheitsindex) einzelne positive Beispiele. Passau erzielt hier mit einem Wert von 13,84 das beste Ergebnis in Bayern und verfehlte eine grüne Einzelbewertung in dieser Kategorie nur knapp.
Obwohl Bayern keine grün bewertete Stadt vorweisen kann, stehen die bayerischen Kommunen besser da als die absoluten Schlusslichter der Untersuchung, die in Baden-Württemberg liegen. Die Stadt Offenburg steht mit einem Beschirmungsgrad - also Beschattung etwa durch Bäume - von nur 12,78 Prozent bundesweit am Ende der Tabelle.
Hintergrund der Studie
Für den Check wurden neben Sommertemperaturen und Bevölkerungsdichte auch die Versiegelung mit Beton und Asphalt sowie die Zahl schattenspendender Bäume und Grünflächen mit Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich somit um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt wurden. Neu gepflanzte Bäume gingen etwa weitgehend nicht in die Schätzung ein.
Da Hitzewellen infolge des Klimawandels zunehmen, wird die Anpassung von Städten wichtiger. Die DUH fordert unter anderem eine konsequentere Entsiegelung und mehr Grünflächen.
Eine große Rolle spielte somit bei der Untersuchung die Frage, wie sich die Flächenversiegelung in den einzelnen Städten seit dem Jahr 2018 entwickelt hat und welcher Anteil der Gesamtfläche mit schattenspendender Vegetation bepflanzt ist. Hitze bringt gesundheitliche Risiken vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen.
Kühle Orte
Kühle-Orte-Karten sollen Menschen bei Hitzewellen helfen. München etwa hat gerade seine digitale, interaktive Karte kühler Orte weiterentwickelt und zeigt nun Stellen im Umkreis von 200, 500 oder 1.000 Metern an, die an heißen Tagen Schatten, Abkühlung oder Zugang zu Trinkwasser bieten. Neu ist laut Stadt auch die Darstellung des dreidimensionalen Stadtmodells. Damit können etwa der Schattenwurf von Gebäuden berechnet und somit schattige Routen zu unterschiedlichen Tageszeiten dargestellt werden.
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