Angesichts der drastisch gestiegenen Zahl antisemitischer Straftaten und weiterer Vorfälle in Bayern fordern Spitzenvertreter aus Politik und jüdischer Gemeinschaft einen entschlosseneren Kampf gegen Antisemitismus. «Jeder Antisemit ist auch ein Feind der Demokratie», sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, am Montag in München. Der Kampf gegen Antisemitismus sei deshalb auch immer ein Kampf für demokratische Werte und eine offene Gesellschaft. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) betonte, alle Demokratinnen und Demokraten müssten eng zusammenstehen und aktiv gegen jegliche Form von Antisemitismus vorgehen.
Die Zahl antisemitischer Straftaten in Bayern stieg im vergangenen Jahr nochmals deutlich höher als zuletzt angenommen: 589 Taten wurden im Jahr 2023 registriert - ein neuer Rekordwert. Das geht aus aktuellen Zahlen des Innenministeriums hervor, die eine Grünen-Anfrage am Wochenende zutage befördert hatte. Anfang Februar war für 2023 noch von einer Gesamtzahl von 538 registrierten antisemitischen Straftaten die Rede gewesen.