Die Münchner Staatsanwaltschaft will ihre Ermittlungen zur Dammbruch-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho in wenigen Monaten abschließen - das wären knapp acht Jahre nach dem Unglück mit mindestens 270 Todesopfern. Die Ermittlungen seien sehr weit vorangeschritten und könnten voraussichtlich Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden, teilte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde mit. Zuvor berichteten NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung».
Ermittlungen laufen seit 2020
Der zur Eisenerzmine Córrego do Feijão gehörende Damm war am 25. Januar 2019 gebrochen, Folge war eine Schlammlawine, die sich über Teile der Mine und benachbarte Ansiedlungen ergoss. Eine brasilianische Tochtergesellschaft des in München ansässigen TÜV Süd hatte den Bau ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall seit Oktober 2019, ob auch Mitarbeiter der deutschen Zentrale strafrechtlich verantwortlich sein könnten. Anlass waren Strafanzeigen der Angehörigen bei der bayerischen Behörde. Die absolute Verjährung würde 2029 eintreten. Die deutsche TÜV Süd-Zentrale weist die Anschuldigungen seit jeher zurück und hat mehrfach erklärt, keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch zu tragen.