Wenig Schnee im Winter, trocken im Frühjahr - und jetzt: Wieder heiß - sehr heiß. Wissenschaftler blicken mit immer größerer Sorge auf die dahinschmelzenden Gletscher. Spätestens in etwa zehn Jahren, so bisher die Prognose, wird es in Deutschland keine Gletscher mehr geben.
Akut bedroht
Noch sind es vier: Als Erste werden den Forschern zufolge Watzmann- und Blaueisgletscher bei Berchtesgaden ihren Status als Gletscher verlieren. Das könnte schon sehr bald sein - und damit schneller erwartet. «Sie sind akut bedroht», sagt Geograf Wilfried Hagg von der Hochschule München.
Danach könnte es den Nördlichen Schneeferner an der 2962 Meter hohen Zugspitze treffen. Ende des Jahrzehnts dürfte er nicht mehr als Gletscher gelten. Gerade erst hatte Hagg den Gletscher besucht und sagt: «Ich war schockiert wie noch nie.» Denn das Abschmelzen geht in immer größeren Schritten voran. Nur der Höllentalferner, ebenfalls im Zugspitzgebiet, könnte länger überleben, vielleicht noch bis 2035.