Forschende der Uni Bayreuth haben einen neuen Lebensraum für die streng geschützte Haselmaus nachgewiesen. Demnach ist sie auch in Schilfbeständen zu finden - und nicht nur in Gehölzstrukturen, wie die Uni am Mittwoch mitteilte. Das könnte Konsequenzen für Schutzbemühungen haben: Bei Baumaßnahmen beispielsweise werde bislang lediglich geprüft, ob Haselmäuse in Waldlebensräumen und Hecken vorkommen. «Der Nachweis, dass sie Schilfbestände nutzt, ist für den Naturschutz und die Anpassung von Schutzmaßnahmen somit von großer Bedeutung», folgern die Forschenden aus Bayreuth nun.
Nachdem sie in vorangegangenen Untersuchungen bereits erste Hinweise auf Schilf als Lebensraum für Haselmäuse entdeckt hatten, vertieften sie ihre Arbeiten: Acht Haselmäuse wurden im Regnitztal bei Bamberg gefangen und mit Funksendern ausgestattet. Anschließend wurden sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum entlassen - und das Team stellte fest: Die Tiere nutzten zu etwa gleichen Teilen Gehölz und Schilf. Die nachtaktiven Tiere nutzten die Schilfbestände auch zum Schlafen am Tag. Die Wissenschaftler fanden auch ein Nest im Schilf.