Der Ortolan ist ein kleiner, eher unauffälliger Singvogel, doch sein Gesang ist unverwechselbar: Denn der Ortolan singt mit Dialekt, speziell in Bayern mit fränkischem. Diese besonderen Rufe wollen Fachleute vom Naturschutzverband LBV nun für eine Bestandsaufnahme der seltenen Art nutzen. Mit digitalen Geräten, sogenannten Horchboxen, wollen sie den Gesang in diesem Jahr zum ersten Mal aufzeichnen und von Künstlicher Intelligenz auswerten lassen.
«Forschende aus Polen und Italien konnten zeigen, dass sich einzelne Ortolane anhand ihres Gesangs eindeutig unterscheiden lassen – gewissermaßen wie an einem akustischen Fingerabdruck», sagte die LBV-Biologin Elena Weber. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen prüfen, ob das auch für die fränkischen Ortolane gilt und ob die Methode systematisch im Monitoring eingesetzt werden kann. Ende April kehren die Bodenbrüter mit dem olivgrünen Kopf aus ihren Winterquartieren nach Bayern zurück.