Die Umsetzung der Energiewende in Bayern holpert nach Ansicht von Experten wegen einer Fülle an regulatorischen Vorgaben, fehlenden Prioritätensetzungen und bürokratischen Hürden. «Wir brauchen ein neues Mindset auch bei den Behörden», sagte etwa Christian Kraus, Sachgebietsleiter für Deutschland von Österreichs größtem Stromerzeuger Verbund Wasserkraft am Donnerstag bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des bayerischen Landtags. In der Energiedebatte sei es an der Zeit, technologieoffen zu denken.
«Mit dem derzeitigen Tempo werden wir die Ziele der Staatsregierung nicht erreichen», sagte Sepp Bichler, Geschäftsführer der Energiebauern. Ein großes Problem beim Windkraftausbau seien die hohen Pachtpreise für die Flächen - der Staat sei inzwischen einer der größten Preistreiber.
Bei der Ausweisung der Flächen für Windräder gebe es auch noch andere Probleme, sagte Josef Niedermaier, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der regionalen Planungsverbände. Der Freie-Wähler-Landrat des Landkreises Bad-Tölz-Wolfratshausen klagte über rechtliche Unklarheiten, die fortwährende Umplanungen notwendig machten und Entscheidungsträger verunsicherten. In vielen Kommunen sei es nicht klar, wie das gesetzlich festgelegte Flächenziel von 1,8 Prozent bis 2032 erreicht werden könne. Ohne konkrete Vorgaben würden einige Planungsverbände nicht mit der Ausweisung der Windkraftflächen beginnen.