Der Schwund der Gletscher in Österreich setzt sich unvermindert fort. Die Eisflächen seien im Beobachtungszeitraum 2024 und 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Meter geschrumpft, berichtet der Österreichische Alpenverein. Der Verlust von Länge, Fläche und Volumen betreffe praktisch alle der 96 beobachteten Areale. «Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es Alpen ohne Gletscher geben wird», sagte die Vizepräsidentin des Alpenvereins, Nicole Slupetzky.
Besonders der Alpeiner Ferner in Tirol und das Stubacher-Sonnblick-Kees im Bundesland Salzburg verzeichnen laut Alpenverein die größten Verluste mit einem Rückgang von mehr als 100 Metern. Auch an der Pasterze, Österreichs größtem Gletscher am Großglockner, schreite der Zerfall der Gletscherzunge weiter voran – und mache die Folgen des Klimawandels sichtbar, heißt es in dem Gletscherbericht 2024/2025.
Einzelne Gletscher gäben jetzt schon einen Vorgeschmack auf das künftige Bild, sagte Gerhard Lieb von der Universität Graz. Die Areale würden zu «unansehnlich grau-weißen Flächen am Fuße geschützter Felswände.» Eine Folge sei auch, dass überall dort, wo Gebiete eisfrei würden, die Gefahr von Felsstürzen und Steinschlag zunehme, heißt es.